Nebenberufliche Selbständigkeit

Es gibt viele Arbeitnehmer, die sich neben Ihrem eigentlichen Job auf eigene Faust noch etwas dazuverdienen, sei es, weil Sie mit Ihrem Anstellungsverhältnis zeitlich nicht ausgelastet sind oder weil Sie mit einem Hobby nebenher noch etwas Geld verdienen möchten. In den meisten Fällen handelt es sich hier um eine nebenberufliche, selbständige oder gewerbliche Tätigkeit. Welche Dinge sind im Vorfeld der Aufnahme einer solchen Tätigkeit zu klären? Welche steuerlichen Vorschriften sind zu beachten? Welche steuerlichen Vorteile kann man nutzen?
Ich versuche an dieser Stelle ein paar dieser Punkte zu beantworten.

1. Aufnahme der Tätigkeit:

Handelt es sich um eine gewerbliche Tätigkeit, müssen Sie Ihre Tätigkeit beim zuständigen Gewerbeamt der Stadt anmelden. Einige Wochen später erhalten Sie einen Fragebogen vom Finanzamt, den Sie ausgefüllt wieder dorthin zurückschicken. Sie können sich den Fragebogen aber auch schon vorher selbst im Internet herunterladen und ausgefüllt zum Finanzamt schicken. Handelt es sich um eine selbständige Tätigkeit, müssen Sie kein Gewerbe anmelden. Sie besorgen sich den Fragebogen direkt im Internet, beim Finanzamt oder bei Ihrem Steuerberater. Das Finanzamt wird Ihnen daraufhin eine neue Steuernummer zuteilen.

 

2. Buchhaltung

Führen Sie zeitnah eine Aufstellung Ihrer Ausgaben und Einnahmen. Am Jahresende müssen Sie die Differenz in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben.

 

3. Freibeträge / Pauschalen

Sind Sie als Übungsleiter, Betreuer, Ausbilder, Erzieher oder Ähnlichem tätig, müssen Sie Ihre Aufwandsentschädigung bis zu einer Höhe von 2.400 Euro nicht versteuern. Bekleiden Sie noch zweites derartiges Amt können Sie zusätzlich noch den Ehrenamtsfreibetrag in Höhe von 720 Euro pro Jahr abziehen.

Sind Sie nebenberuflich schriftstellerisch, künstlerisch oder wissenschaftlich tätig, können Sie pauschal 25 % Ihrer Einnahmen, jedoch maximal 614 Euro pro Jahr als Betriebsausgaben abziehen.

Ein Abzug der tatsächlichen Werbungskosten ist bei einem Ansatz der genannten Pauschalen nicht mehr möglich.

 

4. Umsatzsteuer

Wenn Sie mit Ihrem Umsatz unter 17.500 € bleiben, können Sie die umsatzsteuerliche Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen, müssen weder Umsatzsteuer zahlen, noch Voranmeldungen abgeben. Jedoch können Sie sich dann auch nicht die gezahlte Vorsteuer erstatten lassen.

Gerade bezüglich des Fragebogens des Finanzamtes, der korrekten Erstellung der Einnahmen-Überschuss-Rechnung und dem Für und Wider der Kleinunternehmerregelung ist es meistens sinnvoll, den Kontakt zum Steuerberater zu suchen. Steht bei Ihnen eine solche Entscheidung an? Ich berate Sie gerne bezüglich dieser Themen.

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